Ein Lagerkonzept für den künftigen Betrieb entwickeln
Die Auswertung umfasst Bestände, Aufträge, Ladeeinheiten und Betriebszeiten. Für die Dimensionierung ist wichtig, welche Bewegungen gleichzeitig anfallen. Jahresmengen allein reichen dafür nicht aus. Auch eine Auftragsposition entspricht nicht zwingend einer Anlagenbewegung. Geprüft wird auch, welche Güter für die vorgeschlagene Automation geeignet sind und welche weiterhin manuell bearbeitet werden müssen.
Auf dieser Grundlage entstehen Varianten für Lagerung, Transport und Arbeitsplätze. Dabei wird geprüft, wie Wareneingang, Nachschub, Kommissionierung und Versand gemeinsam Lifte, Fahrwege und Puffer beanspruchen. Dazu gehören die nötige Software, der Personalbedarf und die baulichen Voraussetzungen, einschliesslich Wartungszugängen und Erweiterungsmöglichkeiten.
Ihre Planungs- und Entscheidungsgrundlagen
Bedarf und Kapazität
Bestands- und Bewegungsmengen, Betriebszeiten, Spitzenlasten und Wachstumsszenarien. Die Berechnung zeigt, welche Werte aus Betriebsdaten stammen, was vor Ort geprüft wurde und wo noch Annahmen nötig sind.
Betriebskonzepte und Layouts
Lager- und Transportvarianten mit Arbeitsabläufen, Personalbedarf, Nachschub und Flächenbedarf. Dazu kommen erforderliche Anpassungen an ERP und Lagersoftware sowie das Vorgehen bei einem Ausfall.
Investitionsvergleich und Empfehlung
Investition, laufende Kosten und Umsetzungsaufwand je Variante. Dazu kommt die Amortisation, soweit die Grundlagen dies zulassen. Die Empfehlung zeigt, welche Annahmen sie verändern könnten.
Personalbedarf und Folgekosten mitrechnen
Eine eingesparte Transportfahrt führt noch nicht zu einer geringeren Schichtbesetzung. Deshalb umfasst der Vergleich die verbleibenden Aufgaben sowie Wartung, Software, Service und Hochlauf. Bei Budgetofferten werden enthaltene Leistungen und fehlende Preise ausgewiesen. Die Empfehlung zeigt, ob sich die vorgesehene Automation lohnt, eine kleinere Anpassung genügt oder ein späterer Investitionszeitpunkt sinnvoll ist.
Planungsbeispiel
Die Produktion läuft länger als die Lagerschicht
Ein Betrieb plant ein Zentrallager. Die Produktion benötigt auch nachts Material, die Logistik arbeitet tagsüber. Vor der Anlagenwahl muss die Versorgung ausserhalb der Lagerschicht geklärt werden.
- 01
Nachtbedarf und Ausnahmen klären
Welche Materialien werden nachts benötigt? Wie häufig entstehen ungeplante Abrufe? Auch Ladungsträger, Rückgaben, Puffer an der Produktion und die Bearbeitung von Störungen gehören in den Vergleich.
- 02
Versorgungsvarianten vergleichen
Material vor Schichtende bereitstellen, die Lagerschicht verlängern oder Abrufe automatisieren: Für jede Variante werden Personal, Produktionspuffer, Transport und Software berücksichtigt.
- 03
Investition begründen
Versorgungssicherheit, Flächenbedarf, Kosten und Wiederanlauf werden je Variante beurteilt. Die Empfehlung nennt auch die Mengen- und Personalannahmen, von denen sie abhängt.
Dieses Beispiel beschreibt das Vorgehen. Bedarf, Kosten und geeignete Variante werden für das jeweilige Projekt ermittelt.